Ratzfatz zur neuen Wartungssoftware

Im Maschinenbau ist man Projekte mit mehreren Jahren Laufzeit und Implementierungszyklen von mehreren Hundert Stunden durchaus gewöhnt. Bei Romaco Kilian in Köln hat man jetzt die Wartungssoftware WERKBLiQ eingeführt, ausgebaut und neuen Nutzungen zugeführt – mit einem Aufwand von rund 35 Stunden.

Ein Zauderer ist Heinrich Krull ganz sicher nicht. Wenn der Prokurist und Head of Operations beim Sondermaschinenbauer Romaco Kilian in Köln sich für eine Sache entschieden hat, dann wird diese auch durchgezogen. „Entweder man will etwas oder man will es nicht. Und wenn ich etwas will, dann mache ich es auch fertig“, sagt er. Seine Leute müssen sein Tempo mitgehen. „Das finden die nicht immer witzig, aber wenn sie einen Mehrwert sehen, dann sind sie auch dabei.“

„Und dann ging das los“

So war es auch beim jüngsten Projekt des umtriebigen Managers: der Einführung einer neuen Wartungssoftware. Die Entscheidung für WERKBLiQ aus den Labors des Maschinenbauriesen DMG MORI fiel dabei recht flott: „Auf der Hausmesse in Pfronten wurde uns eine  estphase angeboten. Die haben uns die zwei Tablets mit einer gewissen Grundkonfiguration geschickt. Diese haben sich über WLAN verbunden, wir haben das eingerichtet, gewisse Daten und Maschinendaten nach Checkliste eingetragen und dann ging das los“, sagt  Krull. „Wir haben die Software implementiert, ohne dass ein Kollege aus Bielefeld hier war.“
Dass die Einführung der Software so glatt über die Bühne ging, lag auch an der Affinität des hauseigenen Programmierers: „Sie brauchen im Unternehmen einen, der Bock darauf hat und das vorantreibt“, sagt Krull. „Bei uns war das Patrick Dormagen, der bei uns eigentlich die Programme für die CNC-Maschinen schreibt.“
Der Stundenaufwand hielt sich dabei in engen Grenzen: „Kumuliert haben wir bis heute vielleicht 35 Stunden reingesteckt“, sagt Krull. Dabei fiel das Gros des Aufwands zu Beginn der Implementierung an. „Aktuell brauche ich etwa 30 Minuten in der Woche, um das System zu pflegen“, sagt Dormagen.

Weitere Anbindungen in der Pipeline

„Das A und O dabei sind die Kollegen, die die Maschinen bedienen“, sagt Krull. Zum jetzigen Zeitpunkt arbeiten sieben Kräfte in der Fertigung mit vier Tablets an sechs Maschinen. Geplant ist, den sogenannten konventionellen Bereich mit Drehmaschinen und -bänken ebenfalls ins System aufzunehmen. „Dann kommen etwa fünf Leute dazu.
Schlussendlich werden in der mechanischen Fertigung rund 13 Leute damit arbeiten. Wenn wir das noch in die Montage ausweiten würden, wären es nochmals mehr“, erklärt Krull.

Effektivität gestiegen

Unauffällige Neuerung mit massivem Impact: Die neue Wartungssoftware bei Romaco Kilian läuft auf handelsüblichen iPads, die wie ‚normales‘ Werkzeug auf der Werkbank stehen.

Bild: Weinzierl, Magazin Instandhaltung

Als überraschend wichtige Entwicklung – auch in Sachen Effektivität – stellte sich die Einstellung der Nullpunktzeichnungen in WERKBLiQ heraus. Vor der Einführung der Software waren die Maschinenbediener mehrmals am Tag zu den in der Werkshalle verteilten Rechnern unterwegs, um sich die aktuell benötigte Nullpunktzeichnung herauszusuchen und auszudrucken. „Pro Gang braucht der Kollege dann vielleicht zehn Minuten – wenn wir das auf den Stundensatz umlegen, kommt auch ein nennenswerter Betrag zusammen“, sagt Krull. Bei den mehrmals am Tag nötigen Gängen summiere sich das.


Den ganzen Artikel über die Zusammenarbeit von Romaco Kilian und WERKBLiQ von aus dem Magazin Instandhaltung (Redakteur Stefan Weinzierl) können Sie hier nachlesen: WERKBLiQ_RomacoKilian.pdf (27 Downloads)

 

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